24. Jahrestreffen von Zukunftswerkstätten 2010

Vom 30.04. bis zum 02.05.2010 fand im Studienhaus Wiesneck in Buchenbach bei Freiburg das 24. Jahrestreffen von Zukunftswerkstätten des Vereins Zukunftswerkstätten – Verein zur Förderung demokratischer Zukunftsgestaltung e.V. statt. Stefan G. Geffers vom Team Zukunftswerkstatt Köln hat mir freundlicherweise die Teilnahme an dieser interessanten und informativen Tagung ermöglicht, deren Leitthema die Beschäftigung mit Vorurteilen unter Berücksichtigung des sogenannten Anti-Bias-Ansatzes nach Louise Derman-Sparks war. Der Anti-Bias-Ansatz (von anti: gegen und bias: Einseitigkeit, Vorurteil), geht von der Annahme aus, daß wir alle von Vorurteilen geprägt sind und daher ein vorurteilsfreies Handeln garnicht möglich ist.  In dem wir uns mit diesen Vorurteilen auseinandersetzen, wird es uns möglich, vorurteils_bewußt_ zu handeln.

Am Freitagabend und Samstagmorgen ermöglichte Hanna Göhler von Anti-Bias-Köln den Teilnehmenden einen Einblick auf praktisch-affektiver Ebene in den Ansatz und seine Methoden – Anti-Bias basiert auf Erfahrung und Selbstreflektion. Der Samstagnachmittag bot im Rahmen eines Open Space Raum für Angebote aus dem Kreis der Telnehmenden (hierzu siehe auch die Webseite des Jahrestreffens), aus denen mich eine Heranführung an das Konzept Permanente Werkstatt/ Community Organising besonders beeindruckte. Dr. Walter Häcker schilderte den Workshop-Teilnehmern an einem konkreten Beispiel aus seiner Arbeit, wie Community Organising abläuft und was dabei zu berücksichtigen ist. Am Abend beleuchtete Dr. Stefan Marks vom Freiburger Institut für Menschenrechtspädagogik in einem ebenso kurzen wie fesselnden und nachwirkenden Vortrag die zentrale Bedeutung von Scham. Am Sonntag ergab sich die Möglichkeit, die gewonnenen Erkenntnisse und Eindrücke in einem World Café im Handlungsansätze für die eigene Arbeit umzusetzen. Die Tagung schloss am Sonntag mit Reflexion und Auswertung sowie Themenfindung und Vergabe für die Organisation und Durchführung des nächsten Jahrestreffens.

Category: Allgemein 3 comments »

3 Responses to “24. Jahrestreffen von Zukunftswerkstätten 2010”

  1. Walter Häcker

    Lieber Andreas,
    dies ist mein erster Kommentar in einem BLOG (bange Frage: Wenn ich hier Quatsch schreibe, kann ich das wieder löschen?). Ich hatte die Suchmaschine ausprobiert (dort gehen 80 % der Werbeeinnahmen in Regenwaldrettung) und Deinen Bericht gefunden (allerdings mit Mühe; wie sucht man in einem BLOG?).
    Berichten will ich von einem Kontakt zu Deiner Hochschule. Prof. Roß hat mich gebeten als „externer Sachveständiger“ in einem Berufungsausschuss für eine GWA-Professur in Stuttgart mitzuwirken. Nachdem meine Auffassung von GWA mit COMMUNITY ORGANIZING verbunden ist, hab ich dieses recht zeitaufwendige Amt angenommen.
    wh

  2. Andreas

    Lieber Walter,

    es freut mich, von Dir auf diesem Wege zu hören und noch mehr, daß Du in dieser Berufungskommission sitzt – ich bin von Community Organizing sehr angetan und wollte, es wäre bei mir im Studium mehr und auf eine explizitere Weise Thema. Ich vermute allerdings, daß hier der Standort Stuttgart betroffen ist und nicht Villingen-Schwenningen.

    Was Kommentare betrifft: Ich lösche jeden Kommentar sofort, wenn mich die Person, die ihn geschrieben hat, darum bittet.

    Grüße
    AW

  3. Stephan G. Geffers

    Lieber Andreas,

    aus den Anregungen zu Anti-Bias auf dem Jahrestreffen 2010 haben Petra Eickhoff und ich aus Köln nun konkrete Zukunftswerkstatt-Angebote an Schulen entwickelt, die wir Dir und den Leserinnen und Lesern Deines Blogs gerne bekanntmachen möchten:

    — Umgang mit kultureller Vielfalt in Schulen —

    Kulturelle Vielfalt im pädagogischen Alltag ist spannend und anstrengend: Wer bin ich? Wer sind die anderen? Diskriminierungen und Ausgrenzungsprozesse zeigen sich in vielfältigen Varianten. Vorurteile und stereotype Bilder über andere Menschen sind ein Grund, der Umgang damit nicht leicht. Es geht um Identität, eigene Vorurteile und Kommunikationsverhalten.

    — Identität reflektieren – Kommunikation verbessern —

    Wie kann ich sichern, dass sich alle Kinder wahrgenommen fühlen? Welche Handlungsalternativen stehen mir offen, welche Strategien kann ich entwickeln, um Konflikt-Situationen als Chance zu nutzen? Wie kann die Vielfalt im Klassenraum helfen, das Weltwissen der Kinder anzureichern und Schule zukunftsweisend zu gestalten?

    — Diesen Fragen gehen wir nach, um Schule besser zu machen —

    Wem nützen Vorurteile und was ist Diskriminierung? Welche Rolle spielt Macht?

    [mehr dazu: http://www.zwteam.de/schule-und-kultur.html ]

    Wir würden uns freuen über eine weitere Zusammenarbeit. Mit besten Grüßen.

    P.S. Aus verlässlicher Quelle weiß ich: Das nächste Jahrestreffen findet am zweiten (!) Maiwochenende 2011 statt. Bitte vormerken!


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