Die endlose Geschichte – oder wie ich meine Mobilfunknummer von Debitel zu BASE portieren lassen wollte

Sweetmorn, Bureaucracy 17, Year of Our Lady of Discord 3176

1. The times they are a-changin‘

Seit einer kleineren Ewigkeit habe ich eine T-Mobile – Prepaid-Karte bei Debitel, die in einem schmucken, aber schlichten Motorola W220 treue Dienste leistete. Bisher hatte mir das auch genügt, da mein Telefonierverhalten mit 5-15 Euro pro Monat – größtenteils durch SMS entstanden und stark schwankend – nicht besonders zu Buche schlug. Nun aber starb meine treue Piepse kürzlich den Heldentod und ich beschloß, daß ein neues, Multimedia- und Internet-taugliches Mobiltelefon angeschafft werden müsse, um – schick, trendy und up to date, wie man heutzutage ja sein muß – all‘ den kleinen Zeitfresserchen wie Facebook, StudiVZ, XING, diversen Blogs und natürlich auch meinen abermindestens, wennichsogar 3-5 privaten Mails am Tag allüberall meine Aufmerksamkeit schenken zu können.

Nun sollte man für den bestimmungsgemäßen Gebrauch solch einer eierlegenden Wollmilchsau jedoch tunlichst eine sogenannte Internetflat buchen, da man andernfalls ganz schnell mal 50 Euro für einen Blick auf googleMaps los ist. Also konsultierte ich die Tarifübersichten der gängigen Mobilfunkprovider (die großen 4 nebst Debitel) und entschloß mich nach längerem hysterischem Gelächter ob der etwas überzogenen Preisvorstellungen der roten und magentafarbenen Damen und Herren, ausnahmsweise mal grün zu wählen und BASE eine Chance zu geben. Insgesamt 25 Euro für unbegrenzt SMS, eine sogenannte Flatrate für Internetzugang und Mailabruf, die nach 250 MB/ Monat in der Geschwindigkeit gedrosselt wird und monatlich 50 Freiminuten in alle Netze sind für mich akzeptabel und als Goodie gab es ein NOKIA 2720 fold gratis dazu.

Eben noch einen Antrag auf Portierung meiner Rufnummer ausgefüllt (inklusive Einzugsermächtigung für die Abbuchung der Portierungsgebühr von meinem Konto, da die Gebühr bei einer T-Mobile-Nummer nicht mit dem Prepaid-Guthaben verrechnet werde) und am 6. August von der freundlichen Dame im BASE-Shop in der Freiburger Innenstadt an Mobilcom-Debitel faxen lassen, „Das dauert dann etwa 10 Tage, bis die Nummer portiert ist“ – und gut ist. Beati pauperes spiritu …

2. Nobody knows you, when you’re down and out

Am 10. August fand ich ein Schreiben von BASE im Briefkasten, aus dem hervorgeht, daß dem bisherigen Mobilfunkanbieter die von mir angegebene Rufnummer nicht bekannt sei. Mit Erschrecken besah ich mein Mobiltelefon daraufhin, ob es Anzeichen von Besessenheit durch eine Geisterrufnummer zeige – zum Glück nicht der Fall, ich kann problemlos mit meiner Debitel-Nummer anrufen und angerufen werden. Also beherzt zum Hörer gegriffen und mit Todesverachtung angesichts der Minutenpreise die BASE-Service-Hotline angerufen.

Die liebenswürdige Dame am anderen Ende der Leitung fand nach einigem Rätselraten die Erklärung: Ich hatte meine Karte damals vor dem Krieg (scnr) bei Debitel erworben. Nach diversen Fusionen und Übernahmen firmiert man nun zwar unter Mobicom-Debitel, es scheint jedoch getreu dem alten Sprichwort, daß die eine Hand nicht wisse, was die andere mache keine gemeinsame Kundendatenbank zu existieren –  nach über einem Jahr seit der Übernahme eine stattliche Leistung! Meine Gesprächspartnerin von der BASE-Hotline versprach mir, die Anfrage nochmals zu stellen, dieses Mal bei Debitel – bis in 10 Tagen sollte … hmmja, wird schon werden.

3. Sie brauchen den Passierschein A 38 …

Der 24. August brachte nicht nur Regen, sondern auch einen Brief von Mobilcom-Debitel. Hier wurde zunächst einmal Bedauern ob meiner Abwanderung ausgedrückt, bevor es ans Eingemachte ging. Da mein eventuell noch vorhandenes Restguthaben bei der Portierung leider verfalle, benötige man – die umseitige Legitimations- und Verzichtserklärung für Rufnummernmitnahme und ich solle meine Karte ausreichend aufwerten, um die Verrechnung der Portierungsgebühr von 29,95 € mit dem vorhandenen Guthaben zu ermöglichen. WHAT THE F**K?

Soso … mal google bemühen und die alte Tante Internet befragen. Siehe da: Wenn ich, der ich ja kein Anwalt bin, es recht verstehe, dann muß mir das Restguthaben nach gängiger Rechtsprechung ausgezahlt werden. Auch fand ich es etwas absurd, daß ich trotz Abgabe einer Einzugsermächtigung nun die Portierungsgebühr über das Kartenguthaben bezahlen sollte, trotz anderslautendem Hinweis auf der Webseite von Mobilcom-Debitel – ohh, ich vergaß: andere Baustelle.

Nungut, wir ham ‚s ja dicke mit’m Zaster. Also wieder mal zum Telefonhörer gegriffen und 1,24 € pro Minute für ein Gespräch mit einer Service-Hotline ausgegeben, diesmal Debitel (oder Mobilcom-Debitel – oder doch Mobilcom – oder gar Freenet oder _dug, wer weiß das schon genau). Laut Aussage der (trotz meines bei aller Höflichkeit etwas angespannten Untertons sehr freundlichen) Dame am anderen Ende müsse könne ich das ruhig so faxen, das Restguthaben dürfe nicht verfallen, ich müsse jedoch aufladen. Auf die Frage nach der anderen Verzichtserklärung, auf der ich ja eine Einzugsermächtigung abgegeben habe,  hieß es, daß diese längst vernichtet sei und die Portierungsgebühr nur so bezahlt werden könne. Die Portierung würde dann nach Erhalt der Erklärung 1-2 Wochen  … ahhso *kicher*. Ich habe mir das Ergebnis des Gesprächs mal aufgeschrieben und den Namen der Dame dazu notiert.

Schreiben wir also mal einen Blog-Eintrag und schicken den Link dazu an prepaid(at)de.debitel.com. Mit dem Verlinken bei Facebook, StudiVZ und im Telefon-Treff warten wir aber erstmal noch ab *eg*.

To be continued …

Nachtrag 1: Die auf dem Schreiben angegebene eMail-Adresse prepaid(at)de.debitel.com scheint nicht zu funktionieren – wurde zwei mal „returned to sender“, weil endgültig gescheitert. Habe nun mal an kundenbetreuung(a)de.debitel.de und pr(a)freenet.ag gemailt. Gucken wir mal, ob es da klappt.

Nachtrag 2: Mit ein wenig Drängen und Schubsen hat es dann geklappt und seit September bin ich zufriedener Nutzer eines Base–Vertrags

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4 Responses to “Die endlose Geschichte – oder wie ich meine Mobilfunknummer von Debitel zu BASE portieren lassen wollte”

  1. freund-an-der-südgrenze

    ROFL. Ich kommentiere, damit das hier nicht zur Interaktion mit dem Schweigen des paketvermittelten Netzes wird. Die Zeiten von BTX sind vorbei.

    LG von der Südgrenze

  2. Der Osten rockt

    Sehr geiler Schreibstil !
    Du solltest mehr Geschichten erzählen.
    Ich bin von Congstar zu base gewechselt und hatte gar keine Probleme. Keine nervigen Hotlines. Nur 2 mal im Base shop gewesen wegen Vertrag und alte kündigung abgeben.
    4 Tage hat die Portierung an sich gedauert allderings sind 24.99 € ne stolze summe für eine Portierung ! „Ich drücke einen Knopf in der Datenbank, die Nummer wird nun von base übernommen, das macht jez 24.99 bitte“ abzocke!

  3. Andreas

    Nuja, bei mir lag es nicht wirklich an BASE, sondern an der kafkaesk anmutenden Bürokratie bei mobilcom-dugitel (oder so ähnlich). Mit BASE hatte ich bisher keinen Ärger.

  4. Jörg

    Mein Junior wollte wegen der SMS Flat von Congstar (keine Probleme) zu Base wechseln. Also ab in den Shop, alles OK, Karte ist in 1 Stunde aktiv. Das war vor 3 Tagen, Rufnummer nicht bekannt bei wählen der Nummer, SMS können nur zum Teil versendet werden, bekommt aber keine, Mail an Service ohne Rückinfo, Anruf im Shop (5-6 mal auf den AB gesprochen) ohne Erfolg. Montag werde ich den Sch…. in den Shop bringen und vom Vertrag wegen nichterbrachter Leistungen zurücktreten. Finger weg von Base…Abzocke ohne Ende. Zum Glück hat er die Congstarkarte noch!!!!!!


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