Verschwendung und Überfluß

Die Tage ging mein Vorrat an Notizblöckchen für den Helfrecht-Planer zuende und ich mußte Nachschub bestellen. So ein Blöckchen AM2-B mit 50 Blatt kostet 3,40 Euro, die von mir bestellten fünf Blöckchen inklusive Mehrwertsteuer und Versand kamen also auf insgesamt etwas über 19 Euro. Das erscheint teuer, wenn man bedenkt, daß ein einfaches kariertes A6-Blöckchen im Schreibwarenhandel nicht einmal die Hälfte kostet. Genau hier fing ich an, nachzudenken über Verschwendung und Überfluß.

Es liegt da nämlich eine beliebte Fehlerquelle bei der Selbstorganisation; man stattet sich mit tollen Tools aus, die in Anmutung und Haptik süüüpersexy sind – und dann traut man sich nicht, sie einfach als profanes Werkzeug einzusetzen und jeden noch so kleinen Murks damit zu bearbeiten. Wenn’s aber funktionieren soll, dann muß die unbedingte Bereitschaft da sein, auch so etwas banales wie „heute Abend Mülltonne vor’s Haus stellen“ auf den 3,40-Euro-Luxusblock zu schreiben und das Blättchen nach Erledigung in den Papierkorb zu befördern, ohne auch nur mit den Wimpern zu zucken. Das gilt umso mehr, als so ein Notizblock nur ein Erfassungswerkzeug ist und eben überall und jederzeit nutzbar sein soll – GTD-Nutzer nennen sowas ubiquitous capture tool, also allgegenwärtiges/universelles Werkzeug zum Einfangen (von Ideen und Einfällen). Kurzum: Man muß bereit sein, so ein Werkzeug als verschwendbar und im Überfluß vorhanden zu betrachten, sonst ist es unnütz.

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